Gunter Wagner
Die Man Christian Geller

Musiker, Produzent und Texter.
Er ist einer der Köpfe hinter "REFLECTIONS",
Sandras neuem Album.
Ein exklusives Interview für EnigmaFanclub.com

 
1. Zuerst, wie hast du Sandra kennengelernt? Kanntest du bereits ihre Musik?
Natürlich kannte ich Sandra. Ich bin heute 31 Jahre alt, also ein Kind der 80er Jahre. Da kommt man nicht an Sandra und Michael Cretu vorbei. Das ganze lief über die Plattenfirma Virgin. Sie stellten dann den Kontakt zu Sandra her.
 
2. Was können wir erwarten von deinen Coverversionen von so berühmten Hits wie ""Stop for a Minute", "Hi! Hi! Hi!", "Heaven Can Wait", "Everlasting Love" und "Secret Land"?
Ich habe keine Covers, sondern komplett neue Versionen gemacht. Dadurch, dass ich Sandra in den 80ern als kleiner Fan erlebt habe, habe ich ganz gut verstanden, was Michael damit meinte und worauf es musikalisch besonders ankam. Das habe ich in die heutige Zeit transportiert und entsprechend arrangiert. "Everlasting Love" wurde durch meine Produktion zu einem komplett neuen Song. Es ist eine Ballade geworden, die sehr intim und ausdrucksstark daherkommt. Diesen Titel habe ich auch mit Sandra auf Ibiza neu aufgenommen.
 
3. Generell, und auch für Sandras Album "Reflections", wie ist dein Musikstil? Pop, Techno, Ambiente oder ein Mix von mehreren?
Ich bin ein Musikproduzent, der nicht auf ein Genre festgelegt ist. Ich mache Pop im weitesten Sinne. Das kann dann mal dancelastig ausfallen, muss es aber nicht. Ich denke, es ist ein Mix aus verschiedenen Genres. Ich finde übrigens, solange die Musik gut gemacht ist, ist das Genre egal. Ich habe lediglich etwas gegen schlecht gemachte Musik. Es gibt z.B. toll produzierten Schlager, aber auch furchtbar schlecht gemachte Ambient Tracks.
 
4. Hat Sandra die Songs neu eingesungen oder hast du die alten acappella-demos benutzt?
Bei "Stop For A Minute", "Hi Hi Hi!", "Heaven Can Wait" und "Secret Land" habe ich die Original-Vocals benutzt. "Everlasting Love" haben wir neu aufgenommen, weil die Original-Vocals damals auf ein Uptempo-Playback gesungen wurden. Dies passte dann wiederum nicht zu meinem neu eingespielten Playback, welches ja sehr ruhig und sparsam instrumentiert ist.
 
5. Hattest du Angst vor Michael Cretus Urteil? Und natürlich auch vor der Meinung der Sandra-Fans?
Michael hat alle Titel gehört, und sie für gut befunden. Ich hatte aber auch keine Angst vor seinem Urteil, weil ich weiss, was ich kann. Niemand hätte mich damit beauftragt, Sandra zu produzieren, wenn ich nicht das Potenzial gehabt hätte. Beim Urteil der Fans ist das etwas komplizierter: Wenn man als Fan seit 20 Jahren einen Titel liebt, wie er ist, hat man wahrscheinlich Probleme, seine Ohren an etwas neues zu gewöhnen. Da ich aber selbst bis heute auch Fan von Michael Cretu's Musik bin, und mir meine neuen Produktionen sehr gefallen, beruhigt mich das etwas.
 
6. Wie würdest du Sandra beschreiben? Und wie war die Zusammenarbeit mit ihr?
Sandra ist eine sehr nette, natürliche und vor allem kooperative Künstlerin. Wenn man ihr als Producer während der Aufnahmesession genau erklärt, was man haben möchte, ist sie sehr schnell und gut in ihrer Interpretation. Ich habe sie als sehr netten Menschen und hoch professionellen Artist kennen gelernt.
 
7. In den Danksagungen von "Reflections" steht: "All instrumentation by Christian Geller". Welche Instrumenta hast du benutzt?
Ich habe verschiedene Synth-Linien eingespielt, die Drums programmiert und einige akustische Gitarren dazugemischt. Klingt somit sehr modern.
 
8. Als Künstler hast du zahlreiche Preise gewonnen. Welche würdest du besonders hervorheben?
Awards sind für Künstler und Producer immer sehr wichtig. Ich habe ja schon sehr viel Gold und Platinawards für meine Kompositionen und Produktionen für "Modern Talking", "No Angels", "Banaroo", etc. erhalten, aber irgendwie ist für mich immer der neueste der wichtigste. Es gibt in der Branche nichts, was so alt ist, wie der Hit von gestern. Das hält mich wach und immer auf der Jagt nach dem nächsten Hit!
 
9. Du hast schon mit vielen Interpreten zusammengearbeitet. Wer ist dein Favorit?
Die Produktion, die mir bisher am meisten Spass gemacht hat, war in der Tat Sandra. Das liegt aber sicherlich daran, dass sie eine Heldin meiner Kindheit ist. Sehr schön fand ich auch meine Arbeit für a-ha, was wahrscheinlich den gleichen Grund hat.
 
10. Deine Firma, Chartwards, arbeitet mit den meistbekannten Labels zusammen, und du bist sicher der kreative Kopf. Ist das eine einsame Arbeit oder hast du Kollegen zur Seite?
Es gibt schon immer wieder andere Producer und Songwriter, mit denen ich zusammen arbeite, aber das ist dann eher projektbezogen. Die meiste Zeit arbeite ich aber allein, um meine Kreativität am besten ausleben zu können.
 
11. Welche Musikrichtung ist derzeit angesagt? Rap, Hip-hop oder Hardrock? Aber das sind amerikanische Musikrichtungen und in Europa kommen die überhaupt nicht an.
Musik ist heutzutage breiter denn je. Wenn man in die Charts guckt, ist für jeden etwas dabei. Ich glaube, wenn man eine gute Idee hat, funktioniert die immer. Da gibt es keine Gesetze oder festgelegten musikalischen Strömungen.
 
12. Was ist dein musikalischer Background? Deine ersten Schritte und Erfahrungen?
 
Mein musikalischer Backround ist kommerzieller Pop im weitesten Sinne. "Entdeckt" wurde ich von Thomas Anders, Ex-Sänger von "Modern Talking". Da wir in der gleichen Stadt (Koblenz/Deutschland) lebten, war er mein Bindeglied zum professionellen Musikgeschäft. Da er mein Talent erkannte, gründeten wir gemeinsam eine Firma. Ich schrieb und produzierte, er verkaufte über seine damals durch "Modern Talking" sehr guten Kontakte meine Titel. Das ganze ist jetzt auch schon 4 Jahre her. Mittlerweile lebe und arbeite ich mit meiner Firma Chartwards in Berlin.
 
13. Irgendwelche Tips für junge Musiker?
Jungen Musikern kann ich nur immer wieder raten, dran zu bleiben. Es ist ein hartes Geschäft und es hat bei mir auch knapp 10 Jahre gedauert, bis ich ernst genommen wurde. Schreibt Songs, nehmt sie auf und bietet sie an. Das wird irgendwann euer Kapital sein.
 
14. Kannst du total unabhängig arbeiten oder musst du bestimmte Vorgaben der Musikfirmen einhalten?
Es kommt darauf an, ob ich eine Auftragsproduktion mache, oder an einer eigenen Idee arbeite. Beim Auftrag muss man sich schon an Vorgaben halten. Bei der eigenen Idee natürlich nicht. Diese sollte man aber auch so kommerziell wie möglich umsetzten, schliesslich will man ja nicht nur schöne Musik machen, sondern auch Geld verdienen.
 
15. Gibt es irgendeinen Interpreten mit dem du gerne mal zusammenarbeiten möchtest?
Wie schon erwähnt, macht mir die Arbeit mit meinen alten Helden am meisten Spass. Daher sage ich an dieser Stelle: Pet Shop Boys!!!
 
Danke für das Interview, Christian. Alles Gute!

Mit der freundlichen Zusammenarbeit von >>>

SANDRANET - www.sandranet.com
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Viele danke: Chris @ SANDRANET chat #SANDRA für die Deutsche Übersetzung - Alonso @ "EnigmaMusica.com" für die Spanisch Übersetzung - Jim für die Französisch Übersetzung - Cathy für die Poliermittel Übersetzung.
 
© 2006 SON OF THE CRETU MACHINE - Sandra/Cretu/Enigma/T.A.A.W. Virtual Fan Club